Ist das Meer eine unerschöpfliche Energiequelle – 2019?

Im gleichnamigen Beitrag ist in diesem Blog, 2005 die Thematik der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Meeresenergie umfassend dargelegt worden. Siehe «Ist das Meer eine unerschöpfliche Energiequelle?». Der Beitrag fußt u. a. auf den Artikel „Wellenenergie“ (Wagner E., Elektrizitätswirtschaft 24/1985).

Dieser Beitrag berichtet über eine Studie des „Department of Energy“ in Großbritannien über die Ergebnisse einer Untersuchung in den Jahren 1974 bis 1983 zur Nutzung der Wellenenergie. Es wurden auch Untersuchungen in Japan, Norwegen und Schweden einbezogen.

In der Zusammenfassung heißt es sinngemäß:

„Die Ergebnisse geben zu wenig Optimismus Anlass. Aus derzeitiger Sicht [1985] ist eine kostengünstige Energiebereitstellung im Vergleich zur bestehenden Kraftwerkstechnik nicht zu erwarten. Allenfalls Kleinanlagen für die Versorgung entlegener Gebiete (Inseln) könnten zum Teil den [Elektrizitäts-] Bedarf decken.“.

Es stellt sich die Frage, haben sich in der Zwischenzeit – immerhin etwa 45 Jahre – die „Nutzungs-Techniken und Erkenntnisse“ so positiv verändert, dass eine ergiebige und verlässliche Stromerzeugung mittels Meeresenergie möglich geworden ist.

Die Antwort ist „nein“.

In der TV-HR-Sendung am 14.3.2019 „Alles Wissen“, wurde auffällig objektiv über das Thema berichtet. Im Ergebnis zeigte sich nichts Neues.
Es ist wohl leider Tatsache, dass die grundsätzlichen Probleme immer noch unzureichend Berücksichtigung finden.

Unterschätzt werden:

  • Aggressivität des Meerwassers (Korrosion),
  • Muschelbewuchs und ähnliches,
  • negative Beeinflussung der Meeresbiologie und der Meeresströmung,
  • Reparatur-Aufwand, Zugänglichkeit besonders schwimmender Anlagen,
  • Kleine Anlagen , geeignet für den „normalen“ Wellengang, laufen Gefahr, bei Stürmen/Orkanen und großem Wellengang, zerstört zu werden,
  • Große Anlagen liefern keine Erträge bei „normalem“ Wellengang,
  • Bau-Aufwand ist erheblich, wirtschaftlich vertretbare Erzeugungskosten können grundsätzlich nicht erwartet werden.

In den jüngeren Jahren sind in Deutschland immer wieder erheblich Forschungsgelder eingesetzt worden. Über die Ergebnisse von Prototyp-Anlagen wird wenig bekannt. Genau das ist ein Zeichen für die Ineffektivität der Techniken. Für Deutschland sind die Verhältnisse an der Nord- und Ostseeküste völlig ungeeignet.

Die Literatur

  • „Lenssen, G. : Stand der Wellenenergienutzung, Elektrizitätswirtschaft 5/1991“, beschreibt sog. „Festlandgegründete Anlagen“. Diese setzen geeignete Küstenformen und Wellengänge , auch Tidenhöhen, voraus. Über neuere, kommerziell genutzte Anlagen ist nichts bekannt.
  • Mein Beitrag aus dem Jahr 2005:
    «Ist das Meer eine unerschöpfliche Energiequelle?»

 

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  1. Strom aus Meereswellen … | Energie-Fakten - 21. März 2019

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